Die Philosophie hinter DevOps – Agile Leadership

Welche Eigenschaften müssen Teams und Führungskräfte im agilen Software-Umfeld besitzen? Welche Trigger sind nötig, um von „Push“ auf „Pull“ umzuschalten und intrinsische Motivation zu erzeugen? Dies und mehr lesen Sie im ersten Artikel unserer Blog-Reihe zum Thema DevOps für SAP.

DEVOPS SETZT AGILE FÜHRUNGS- UND STEUERUNGSSTRATEGIEN VORAUS

Eine erfolgreiche und nachhaltige DevOps-PhiIosophie ist eng verbunden mit der Etablierung neuer Paradigmen in Führung und Teamsteuerung. Agile, verhaltensorientierte Führungsstrategien stehen im Mittelpunkt. Diese erzeugen Veränderungsenergie und befähigen nachdrücklich zur Transformation. Sie bewirken, dass Teams ihre Ressourcen im gemeinsamen Denken aktivieren und nutzen — und innovativ werden.
Sowohl in der Softwareentwicklung als auch im Innovationsmanagement sind es agile Führungs- und Steuerungsmechanismen, die seit geraumer Zeit das Erzielen überragender Ergebnisse ermöglichen. So können mit verhaltensorientierten Methoden zum Beispiel im Innovationsmanagement Produkte schnell — typischerweise in einem Drittel der Zeit — konzipiert und zur Marktreife gebracht werden.

SCHWARMINTELLIGENZ LÄSST SELBSTSTEUERNDE TEAMSTRUKTUREN ENTSTEHEN

Agile DevOps-Organisationen verfügen über schwarmintelligente Eigenschaften. Genau diese sind es, die ihnen die einzigartige kreative Wirkungsweise sowie die Fähigkeit zu radikaler Beschleunigung verleihen.
Schwarmintelligente Systeme lassen sich wie folgt kennzeichnen: Sie sind selbstorganisierend, bewegen sich an der Grenze zum Chaos, haben als Ganzes Eigenschaften, die ein einzelner Teil nicht besitzt, und verfügen über keine inneren Grenzen. Sie sind adaptiv im Austausch mit ihrer Umgebung, erforschen ihre mögliche Zukunft und besitzen Eigenkontrolle. Schwarmintelligente Systeme passen sich ständig an die Grenzen und Eigenschaften ihrer Umwelt an, schließlich schaffen sie Ordnung.
Führungskräfte agiler DevOps-Organisationen stimulieren diese Eigenschaften gezielt in ihren Teamstrukturen und lassen so Emergenz und Selbststeuerung entstehen. Während herkömmliche Führungsmethoden Druck erzeugen, erzeugen agile Führungsmethoden Zug. Mit Umschalten von Druck auf Zug — FromPush2Pull — befähigt die DevOps-Führungskraft zur Veränderung von innen heraus, d. h., kein operatives Interagieren von außen, vielmehr intrinsische Motivation und Eigensteuerung des synchron ausgerichteten Teams. Es entstehen Commitment und die Fähigkeit zur Veränderung.

AGILE FÜHRUNG IM SOFTWARE DEVELOPMENT & DEPLOYMENT LIFECYCLE CASE

Ausgehend von einer bestimmten Situation, die der Veränderung bedarf, wählt die DevOps-Führungskraft spezifische Maßnahmen aus, die aufgrund ihrer agilen Hebelkraft eine gewünschte Transformation bzw. einen Zustandswechsel bei den beteiligten Akteuren bewirken. Dabei werden agile Eigenschaften in konkrete Anwendungsformen gebracht, um in kritischen Handlungsfeldern des Software Development & Deployment Lifecycle (SDLC) erfolgswirksam zu sein.

PARADIGMENWECHSEL IM SELBSTVERSTÄNDNIS DER DIGITAL LEADER

Mit der veränderten Führungsrolle, FromPush2Pull, beginnt für die DevOps-Führungskraft ein neues Selbstverständnis. Sie wird zum Befähiger von offener Kollaboration, Emergenz und Innovation. Dies stellt veränderte Führungskompetenzen in Erwartung: vom Führen im herkömmlichen Sinn zum Rahmen schaffen, vom Entscheiden zum Wahrnehmen, vom Linearen zum Vernetzten, vom Eindeutigen zum Ambivalenten, von festgelegter Erwartungshaltung zu offenem, agilem Mindset. Um Menschen in die Next Economy mitzunehmen, muss die DevOps-Führungskraft agile Eigenschaften in der eigenen Person verwirklichen. Persönliche Entwicklung und die Entwicklung neuer Organisationsformate gehen Hand in Hand.

Lesen Sie im nächsten Artikel, wie sich Organisationsstrukturen im SAP-Umfeld für DevOps befähigen lassen und welche Herausforderungen dabei im Fokus stehen.

 

Autoren: Helmut Stork, Partner der NextGen Leadership Group & Tom Schneider, Technischer Architekt bei REALTECH

Kontakt: Tom.Schneider@realtech.com

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