Cloud-Resources: So behalten Sie den Überblick

Immer mehr Firmen setzen auf die Cloud. Dabei werden nicht nur einzelne Server in der Cloud betrieben, sondern oft ganze System-Landschaften. Generell unterscheidet man in der Cloud zwischen verschiedenen Servicemodellen, wie „Infrastructure as a Service“ (IaaS), „Platform as a Service“ (PaaS) und „Software as a Service“ (SaaS). Die Verwaltung von Public und Private Clouds sowie die Mischform Hybrid Cloud erhalten eine immer größere Bedeutung innerhalb eines Unternehmens.

Wie aber behält ein System-Administrator den Überblick über die in der Cloud angelegten Resources, zumal, wenn verschiedene Cloud-Anbieter, wie z. B. Amazon Web Services (AWS) oder Microsoft Azure, parallel innerhalb eines Unternehmens verwendet werden? Wird eine Resource in der Cloud noch benötigt? Wer ist für diese Resource verantwortlich? Von welchen Mitarbeitern wird sie genutzt? Schnell können hier unnötige Kosten entstehen. Nicht immer ist klar, für was welche Resources verwendet und ob diese noch benötigt werden. Diese zusätzliche Information lässt sich aber in den Cloud-Portalen nicht so einfach ablegen.

Hierfür eignet sich hingegen eine CMDB (Configuration Management Database). Diese spielt eine zentrale Rolle im IT Service Management, denn in der CMDB werden alle für das Unternehmen wichtigen Configuration Items (CIs), also alle für den IT-Betrieb wesentlichen Betriebsmittel, abgelegt. Sie ist somit essenziell für ein effizientes Problem- und Change-Management. Daher ist es erforderlich, auch alle Cloud-Resources in einer CMDB zu verwalten und zu pflegen. Vereinfachen lässt sich das Ganze, wenn Cloud-Resources automatisch erkannt und in eine CMDB importiert werden können. Hierbei kann der dot4 Cloud Discovery Connector die Arbeit deutlich erleichtern.

Verwendung des dot4 Cloud Discovery Connector

Die Architektur des dot4 Cloud Discovery Connector

Der dot4 Cloud Discovery Connector ist eine eigenständige Erweiterung, die in der dot4-Umgebung zur Verfügung gestellt werden kann. Konfiguration, Verwaltung und Start des Cloud Discovery Connector erfolgen in einer eigenen grafischen Benutzeroberfläche. Der Connector verbindet sich mit der dot4 Basis und den Cloud-Anbietern und fungiert so als Schnittstelle zwischen beiden, die Kommunikation erfolgt über Standard-Schnittstellen (REST), sowohl zu den Cloud-Anbietern als auch zur eigenen dot4 Basis. Pro dot4Mandant wird eine eigene Connector-Instanz angelegt.

Um den Cloud Discovery Connector zu verwenden, muss zunächst eine Zugansberechtigung in den jeweiligen Cloud-Portalen angelegt werden. Die Zugangsdaten bestehen aus einer „Application ID“ (Microsoft Azure) bzw. einem „Key“ (AWS) und einem „Secret“. Mit ihnen wird eine Verbindung des dot4 Cloud Discovery Connector zum Cloud-Provider aufgebaut. Es können mehrere Konfigurationen für die Cloud-Zugangsdaten angelegt werden. Zusätzlich zu den Cloud-Konfigurationen müssen die Zugangsdaten zum eigenen dot4-Mandanten konfiguriert sein.

Nach der Konfiguration ist es möglich, zunächst einen Test-Import anzustoßen, um zu überprüfen, welche Daten vom Cloud-Provider ermittelt werden können. Das dot4 Cloud Discovery erkennt dabei automatisch die ihm bekannten Cloud-Resources. War dies erfolgreich, können sie in die dot4 Staging Area importiert und schließlich in der CMDB angelegt werden, um sie mit zusätzlichen Informationen zu ergänzen und zu verknüpfen.  Die importierten Cloud-Resources sind im CI-Typ-Baum unter dem Eintrag Cloud zu finden.

An Cloud-Service-Anbietern unterstützt das dot4 Cloud Discovery momentan Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure.

Ablauf des Cloud Discovery mit dot4

Fazit und Ausblick

Schon jetzt können aus der Cloud verschiedene Resource-Typen als CIs in die dot4 CMDB importiert werden, um sie dort zu verwenden, mit zusätzlicher Information anzureichern und mit anderen CIs zu verknüpfen. Dies erhöht die Transparenz von Abhängigkeiten zwischen verschiedenen Komponenten in heterogenen Landschaften. Auch die Zuständigkeit für einzelne Komponenten kann hier transparent dargestellt werden. Die Erweiterung befindet sich momentan in der Evaluierungsphase und kann auf Anfrage getestet werden.

Die dot4 CMDB mit Configuration Items aus der Cloud erweitern

Im nächsten Schritt ist geplant, Cloud-Resources aus dot4 heraus bei dem jeweiligen Cloud-Betreiber automatisch anzulegen. So könnte das dot4 Service Management verwendet werden, es beliebigen Mitarbeitern zu ermöglichen, bestimmte Cloud-Resources zu bestellen und automatisch in der Cloud anzulegen. Der System-Administrator behält hierbei die Kontrolle, indem er selbst festlegen kann, welche Cloud-Resources von wem angelegt werden dürfen. Zudem wird es im Zuge einer DevOps-Strategie innerhalb eines Unternehmens immer wichtiger, dass Entwickler selbst Resources in der Cloud anlegen und benutzen können und nicht mehr auf einen System-Administrator angewiesen sind. Der System-Administrator spart sich dadurch sehr viel Arbeit, ohne aber die Verantwortung für die Verwaltung der Cloud abzugeben.

Summa summarum erhält ein System-Administrator mit dem dot4 Cloud Discovery Connector die Möglichkeit, in der dot4 CMDB einen Überblick über Cloud-Resources und lokale Systeme zu schaffen und somit seine IT transparent und effizient zu gestalten.

 

Autor: Rüdiger Gutfleisch, Software Architekt und Innovation Developer

Kontakt: Ruediger.Gutfleisch@realtech.com

 

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