Geld Sparen mit einer CMDB?

Geld sparen mit einer CMDB

Return on Investment ist für jedes Projekt eine wichtige Kennzahl. Gerade in Projekten, in denen eine neue Software eingesetzt werden soll, hilft sie bei der Entscheidungsfindung. Oft ist dieser Return on Investment aber nur eine theoretische Berechnung. Manchmal kann man aber auch direkt den Projekterfolg daran messen.

Genau das war der Fall, als bei einem CMDB-Projekt ein Kunde nach einem Meeting auf mich zu kam und sagte:  “Herr Ludwig, wir sind ja noch lange nicht fertig mit diesem Projekt, aber ich kann ihnen schon jetzt sagen, dass wir mit der Einführung Geld gespart haben.”

Als Produkt und Portfolio Manager wird man da natürlich sofort hellhörig. Im weiteren Verlauf des Gesprächs wurde klar, wo das Geld gespart wurde. Jeder kennt die Situation: Fachabteilung braucht dringend ein neues System, die IT stellt einen neuen Server bereit, die Applikation läuft, alle sind glücklich.

Doch was ist mit der alten Applikation?

Die Fachabteilung braucht die alten Daten noch und traut sich nicht das System abzuschalten. Außerdem hat man ja die Pflicht, die Daten aufzubewahren. Also läuft der alte Server weiter. Nun könnte man natürlich eine Wiedervorlage planen, wann das alte System abgeschaltet werden kann. Da wird jedoch oft vergessen.

Die Situation ist klar: In vielen Unternehmen laufen Server und Applikationen noch lange nach ihrem eigentlichen Verfallsdatum. Mit der Virtualisierung wird das Ganze noch extremer, da nicht bei jeder neuen Applikation ein neuer Server gekauft werden muss. Nichtsdestotrotz kosten diese Server auch in virtualisiertem Zustand Geld, Hardware, Strom und Platz im Rechenzentrum.

 Wie bekommt man das Ganze in den Griff?

 

Bei der Einführung unserer Software wurde bei dem Kunden ein automatischer Scan durchgeführt. Bei diesem Scan wird jede IP Adresse in einem bestimmten Segment mit Ping geprüft und danach wird eine Inventarisierung durchgeführt.

Die Inventarisierung mit Erkennung des Hardwaretyps und der installierten Software kann jedoch nur erfolgen, wenn unsere Software einen lesenden Zugriff auf das System hat (z.B. mit WMI oder SNMP). In unserem Projekt konnten nun viele IP Adressen die sich mit Ping meldeten nicht inventarisiert werden, weil die Zugriffsrechte fehlten. Nun wollte man die Zugriffsrechte einrichten, jedoch waren tatsächlich einige Server auch bei der IT nicht mehr bekannt und man konnte die Zugriffsrechte nicht einrichten.

Die Abbildung zeigt die neu entdeckten Geräte seit dem letzten Discovery. Die Geräte in Weiß konnten nicht identifiziert und klassifiziert werden, da keine Leserechte vorhanden sind. 

 

Schwierige Situation. Was macht man mit einem Server bei dem niemand weiß, wofür er da ist? Abstellen? Wenn sich niemand meldet wird er wohl nicht mehr gebraucht werden.

Ich weiß, das klingt erstmal haarsträubend. Aber einige Systemadministratoren werden jetzt mit dem Kopf nicken. Wer hat nicht schon einmal eine Mail an die entsprechenden Verantwortlichen geschickt, was nun mit diesem Server ist? Wird der noch gebraucht? Kann man den abschalten?

Am Ende konnten in unserem CMDB-Projekt einige physikalische Server und einige virtualisierte Server abgeschafft werden. Dadurch wurde Rechenleistung für die zukünftigen Projekte frei. 

 

Man kann sich selbst fragen, wie ein CMDB-Projekt in der eigenen Firma laufen würde.

Wie viel Prozent ihrer Server laufen eigentlich nur, weil niemand weiß, wozu sie gebraucht werden?

 

Autor: Bernd Ludwig, seit über 20 Jahren im Produkt und Portfolio Management tätig

Kontakt:Bernd.Ludwig@realtech.com

 

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